Kann man bei einem Menschen Brandwunden entstehen lassen - und zwar einzig und allein dadurch entstehen lassen, indem man der Person einredet, dass sie sich an einem Gegenstand oder an einer Flüssiggkeit verbrannt hat?

 

 

Eine kurze Bemerkung von

 

Im Dezember 1885 hatte ich die Gelegenheit, Charcot in der Salpètrière zu beobachten. Charcot gelang es, bei einer jungen Frau eine Brandwunde entstehen zu lassen, indem er ihr vorgab, dass sie sich das Handgelenk mit Wachs verbrannt hätte.

mobot317

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DIE ETHIK WISSENSCHAFTLICHER UNTERSUCHUNGEN...

 

Der Autor geht nicht näher auf dieses Experiment von  Charcot ein. Ein Punkt ist jedoch bemerkenswert:

Es wird hier auf ein Experiment verwiesen, das wir in dieser Form heutzutage ganz bestimmt nicht mehr durchführen würden. Denn es ist ein Experiment, das für die beteiligte Person höchst unangenehm ist: Brandwunden sind auch dann Brandwunden, wenn sie suggeriert worden sind. Sie schmerzen -  und zwar schmerzen sie oft ziemlich heftig und oft ziemlich lange.

Tatsächlich hat man den Eindruck, dass ethische Fragen zur damaligen Zeit wenig oder gar nicht diskutiert wurden, wenn es um Experimente in Hypnose ging.

Das sieht man auch daran, dass man damals nicht zögerte, einer Versuchsperson einzureden, sie hätte etwas zu sich genommen, das ihr nicht gut getan hatte - worauf es der Versuchsperson speiübel wurde und sie sich übergeben musste.

Oder man sieht es auch an den posthypnotischen Suggestionen: Da suggerierte man oft den Versuchspersonen, Dinge zu tun, die für sie unangenehm und peinlich waren und sie zuweilen auch der Lächerlichkeit preisgaben.

Und nicht vergessen darf man: Man hielt sie auch zu verbrecherischen Handlungen an - zum Beispiel zu einem Mord.

 

 

ERBRECHEN IN HYPNOSE

 

"Bei der Suggestion von Unwohlsein erbricht sie in wenigen Augenblicken - ohne jede Hilfe- den Inhalt ihres Magens."

Jendrássik, 1888, S. 321

 

 

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